Tarangire Nationalpark
Kurzübersicht
Tarangire Nationalpark ist bekannt für seine großen Elefantenherden und riesigen Affenbrotbäume, von denen manche über 1000 Jahre alt sind. Der Name ist abgeleitet vom Tarangire River, der durch den Park verläuft. Dieser Fluss ist mehr oder weniger ein größerer Bach; seine Quelle befindet sich in den südlichen Bergen des Parks, von dort bahnt er sich seinen Weg durch das gesamte Wildgehege. Im Norden macht er eine große Kurve Richtung Westen und endet im Lake Burungi.
In einer wirklich trockenen Saison kann es passieren, dass der Tarangire Fluß im Sand verschwindet, aber ein Stück flussabwärts wieder erscheint. Sogar in dieser Zeit des Jahres verschwindet er also nicht komplett und ist daher der einzige Fluss, der die Tiere der Maasai Steppe ununterbrochen mit Wasser versorgt. Während dieser Trockenzeiten sammeln sich oft sehr viele Tiere entlang des Flusses, ein Paradies für Tierbeobachtungen.
Der Tarangire Nationalpark ist Heimat für bis zu 4000 Elephanten und gilt as der bester Ort in Ostafrika, um diese majestätischen Dickhäuter in ihrer natürlichen Umgebung zu beobachten. Vor allem in der Trockenzeit sind Sichtungen am Tarangire Fluß quasi garantiert.
Zahlen und Fakten
Fläche: 2.850 km²
Anreise: 120 km aus Arusha
Gründung: 1970
Besucher: 162.000 / Jahr
Bekannt für: Elefanten, Baobab Bäume, Tarangire Fluß
Aktivitäten: Pirschfahrt, Ballonsafari, Maasai Dorf Besuch
Tarangire Nationalpark
Der Tarangire Nationalpark ist ungefähr so groß wie das Bundesland Schleswig-Holstein. Es gibt hier großflächige sanft gewellte Ebenen einschließlich zweier großer Pfannen im Süden, die je nach Jahreszeit zu Sümpfen werden. Nach Serengeti, Ruaha und Mikumi ist der Tarangire der viertgrößte Park Tansanias. Benannt ist er nach dem Tarangire-Fluss, der den Bergen südlich des Parks entspringt. Dieser Fluss windet sich vom äußersten Süden durch zahlreiche felsige Hügellandschaften, die zwischen 1000 und 1675 Meter hoch liegen, bis fast in den nördlichsten Zipfel des Wildschutzgebietes. Hier wendet er sich in einem Schlenker nach Westen und fließt in den abflusslosen, im Nordosten des Parks gelegenen Burungi-See hinein. Im Fluss gibt es das ganze Jahr über Wasser, eine wichtige Vorrausetzung für die reiche Flora und Fauna des Nationalparks.
Der Februar gehört in die zwischenzeitliche Trockenperiode (d.h. zwischen den Regenzeiten). Zu diesem Zeitpunkt ist der Tarangire Nationalpark ein ganz wichtiges Refugium für Tiere aus den umliegenden Gebieten. Sie durchwandern ein Ökosystem, das riesig groß ist. Es reicht vom Lake Natron im Norden bis hin zur Maasai-Steppe im Süden einschließlich des Lake Manyara, der irgendwo dazwischen liegt. Die Bedeutung des Tarangire-Flusses ist für die Tierwelt immens. Er bestimmt als permanenter Wasserspender alle Vegetationszonen und Landschaftsformen des Parks. Darüber hinaus ist seine Menge an Wasser ausschlaggebend für die Wanderbewegungen der Tiere innerhalb des Tarangire-Ökosystems. Wenn es längere Zeit nicht geregnet hat, kommen viele Tiere vom Park und von der angrenzenden Maasai-Steppe zum Fluss, um Wasser zu trinken, da die meisten Wasserstellen in der Nachbarschaft schon ausgetrocknet sind.
Der Park ist in acht Landschaftszonen unterteilt, wovon die südlichen Sümpfe nur im Anfangsbereich zugänglich sind. Die anderen Zonen sind durch ein spärliches Wegenetz erschlossen. Die erste Zone des Parks liegt ganz im Norden: Gleich nach dem Hineinfahren fallen Ihnen in der hügeligen Landschaft der Grassavanne bestimmt die imposanten Affenbrotbäume auf (Adansonia digitata), die hier in Hülle und Fülle wachsen. Sie werden auch gerne als Baobab-Bäume bezeichnet. Sie sehen recht bizarr aus mit ihrem tonnenförmigen silbrigen Stamm, der einen Durchmesser von bis zu 10 Meter haben kann. Diese Bäume können über 1.000 Jahre alt werden, ähnlich wie die Sequoias in Amerika. Wenn man in die Krone hoch schaut, dann seht ihr, dass von den Bäumen länglich ovale Früchte herunterhängen, die Ähnlichkeit haben mit Flaschenkürbissen. Sie enthalten viele Samen, die aussehen wie Marshmellows und gern von den tansanischen Kindern als “Süßigkeit” gegessen werden.
Warum die Baobab-Bäume so ungewöhnlich plump aussehen, wird in einem afrikanischen Märchen ganz nett beschrieben: Als der liebe Gott die Welt erschaffen hat, kreierte er natürlich auch die Baobab-Bäume. Sie haben aber zur Zeit der Schöpfung noch genauso ausgesehen wie alle anderen Bäume auch. Mit diesem uniformen Aussehen waren die Baobabs aber nun gar nicht zufrieden. Sie verlangten von Gott ständig Veränderungen, die sie aus der Masse ihrer hölzernen Verwandten hervorheben würden: Größer und schöner wollten sie sein und etwas Besonderes darstellen. Aus Zorn über diese ständige Nörgelei hat Gott daraufhin die Bäume ausgerissen und sie umgekehrt wieder in die Erde gesteckt. Die unbelaubten Zweige des Baumes sind demnach im Grunde genommen dessen Wurzeln, so will es zumindest das Märchen. Wenn die Bäume kein Laub tragen, machen sie wirklich diesen Eindruck.
Von Juni bis Oktober ist die beste Zeit, um eine große Anzahl von Gnus, Elefanten, Zebras und Gnus zu sehen. Nicht alle Tiere migrieren, andere Tiere wie Giraffen, Impalas, Eland, Kudus, Wasserböcke, Gazellen und manchmal Nashörner oder Leoparden können das ganze Jahr über beobachtet werden. Die riesigen Pythons und großen Elefantenherden ziehen Menschen das ganze Jahr über an. Der Park ist auch berühmt für Zugvögel.
Aus planerischer Sicht macht der Tarangire-Nationalpark einfach Sinn. Der Park liegt fast auf halber Strecke zwischen Arusha und dem Ngorongoro Schutzgebiet. Für diejenigen, die eine längere Safari planen, liegt der Tarangire-Nationalpark auch in der Nähe des Eyasi-Sees (Heimat der berühmten Hadzabe-Buschmänner) und des Manyara-Sees. Tarangire bietet viele exzellente Lodges und Hotels in allen Preisklassen. Die nahe gelegene Marktstadt Mto Wa Mbu ist übrigens ein großartiger Ort, um rote Bananen zu bestaunen oder Last-Minute-Souvenirs für zu Hause zu kaufen.
Tarangire Nationalpark während der Regenzeit
Einen Besuch des Tarangire Nationalpark während der Regenzeit empfehlen wir aufgrund der großen Anzahl von Tsetsefliegen eher nicht. Leider sind diese stechenden Insekten sind nicht nur lästig, sondern stellen auch ein Gesundheitsrisiko dar. Sie gelten als Überträger der Trypanosomiasis, besser bekannt unter dem Namen Schlafkrankheit. Diese Krankheit kann beim Menschen schwere Symptome verursachen, die von Fieber und Kopfschmerzen bis hin zu neurologischen Komplikationen reichen.
Während das Risiko an Schlafkrankheit zu erkranken relativ gering ist, kann die ständige Belästigung durch Tsetsefliegen Stiche Pirschfahrten extrem unangenehm machen. So stechen die Insekten zum Beispiel problemlos durch eine Jeanshose oder andere dicke Bekleidungsstücke, die für normale Mosquitos eine unüberwindbare Hürde darstellen.
Für mutige Reisende, die den Park trotzdem in der Regenzeit besuchen möchten, haben wir ein paar praktische Tipps um die Unannehmlichkeiten zu minimieren:
- Regelmäßig starkes Insektenschutzmittel auflegen
- Autofenster, Hub-Dach und Türen stets geschlossen halten
- Schattige Waldgebiete vermeiden
Der wichtige Einfluss der Tsetsefliegen auf das Tarangire Gebiet
Die bloße Anwesenheit von Tsetsefliegen ist einer der Hauptgründe für die Existenz des Tarangire Nationalparks. Die fruchtbaren Flusstäler des Tarangire waren aufgrund der hohen Konzentration von Tsetsefliegen für eine dauerhafte Besiedlung durch Menschen, für Ackerbau oder Viehzucht ungeeignet. Diese Tsetsefliegen übertragen Trypanosomiasis (Schlafkrankheit) nicht nur auf Menschen, sondern auch auf Rindviecher.
Die Viehzucht als wirtschaftliche Grundlage wie in weiten Teilen der Maasai Steppe war daher nahezu unmöglich. Infolgedessen blieben große Landstriche unberührt, sodass die Ökosysteme intakt blieben und die Wildtierpopulationen – insbesondere Elefanten, Antilopen und Raubtiere – ohne den Druck durch Landwirtschaft oder Viehzucht gedeihen konnten. Als der Park dann im Jahre 1970 gegründet wurde, war es genau diese relativ unberührte Wildnis, die den Tarangire Nationalpark heute zu einem so reichen und vielfältigen Schutzgebiet für Wildtiere machte.














